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Veilchencreme nach Hildegard von Bingen: Pflege für empfindliche Haut

Veilchencreme nach Hildegard von Bingen: Pflege für empfindliche Haut

Im Kosmetikregal gilt seit Jahren eine stille Regel: Je länger die Liste der Wirkstoffe, desto teurer das Produkt. Cremes aus der Klostertradition folgen der umgekehrten Logik. Sie bestehen aus wenigen Bestandteilen, sind seit Jahrhunderten in derselben Grundform bekannt, und sie kommen ohne Versprechen aus.

Die Veilchencreme ist der bekannteste Vertreter dieser Linie im Hildegard-Sortiment. Dieser Beitrag erklärt, was drin ist, wie sie sich anfühlt, wie sie angewendet wird und worin sie sich vom Veilchen-Hautöl und den übrigen Cremes unterscheidet.

Das Veilchen in der Klostertradition

Das Duftveilchen – Viola odorata – gehört zu den Pflanzen, die in mittelalterlichen Klostergärten fest verankert waren. Es blüht früh im Jahr, oft schon im März, und war damit eine der ersten verfügbaren Pflanzen nach dem Winter. In Hildegards Physica taucht das Veilchen auf, ebenso in zahlreichen anderen Kräuterbüchern der Zeit.

Zur Einordnung: Was die Klostertradition überliefert hat, ist die Verwendung der Pflanze – als Auszug in Öl, als Bestandteil von Salben. Diese Zubereitungsformen sind der historische Kern, auf den sich Rezepturen wie die Veilchencreme heute beziehen.

Was in der Veilchencreme steckt

Die Rezeptur ist bewusst schlicht gehalten und orientiert sich an der klassischen Zusammensetzung: Veilchenauszug in einer Fettgrundlage. Die vollständige Zutatenliste steht auf der Verpackung und in der Produktbeschreibung – ein Blick darauf lohnt sich vor dem ersten Kauf, besonders bei bekannten Unverträglichkeiten.

Von der Konsistenz her ist die Creme fester und gehaltvoller als die meisten modernen Gesichtspflegeprodukte. Sie zieht langsamer ein und hinterlässt anfangs einen spürbaren Film. Wer leichte Gel-Texturen gewohnt ist, sollte das wissen – es ist keine Fehlfunktion, sondern die Eigenart dieser Zubereitungsart.

Für wen sich die Creme eignet

Zur Veilchencreme greifen typischerweise Menschen, die mit umfangreichen Rezepturen nicht gut zurechtkommen und deshalb Produkte mit wenigen, übersichtlichen Bestandteilen bevorzugen. Das ist der Grund, warum sie so häufig im Zusammenhang mit empfindlicher Haut nachgefragt wird: nicht wegen eines Zusatzstoffs, sondern wegen dem, was nicht drin ist.

Unabhängig davon gilt der Grundsatz, der für jedes neue Pflegeprodukt gilt: Vor der ersten großflächigen Anwendung eine kleine Menge auf eine unauffällige Hautstelle auftragen – etwa in die Ellenbeuge – und einen Tag abwarten. Das ist bei pflanzlichen Zubereitungen genauso sinnvoll wie bei synthetischen, denn auch natürliche Bestandteile können Unverträglichkeiten auslösen.

Bei anhaltenden Hautveränderungen, offenen Stellen oder wenn Sie sich unsicher sind, gehört die Einschätzung in ärztliche Hände. Eine Pflegecreme ist dafür nicht das richtige Mittel.

Anwendung

  • Sparsam dosieren. Eine erbsengroße Menge reicht für das Gesicht. Die Creme ist gehaltvoll – wer zu viel nimmt, hat länger einen Film auf der Haut.
  • Auf leicht feuchter Haut auftragen. Nach dem Waschen kurz antupfen statt trockenreiben, dann verteilt sich die Creme deutlich leichter.
  • Zwischen den Händen anwärmen. Feste Cremes lassen sich so gleichmäßiger auftragen.
  • Abends statt morgens. Wegen der langsameren Einziehzeit bevorzugen viele die Anwendung am Abend – vor allem, wenn danach noch Make-up folgen soll.
  • Kühl und verschlossen lagern. Nicht auf der Fensterbank, nicht neben der Heizung. Nach dem Öffnen die Angabe zur Verwendungsdauer auf der Packung beachten.

Veilchencreme oder Veilchen-Hautöl?

Beide Produkte basieren auf demselben Prinzip – dem Auszug aus Veilchenblüten – unterscheiden sich aber in Textur und Einsatzbereich deutlich.

Produkt Typischer Einsatz
Veilchencreme Feste Konsistenz, für die punktuelle Pflege kleinerer Flächen wie Gesicht oder Hände.
Veilchen-Hautöl Auszug aus Veilchenblüten in reinem Olivenöl. Flüssig, lässt sich großflächig verteilen – etwa nach dem Baden.

Wer die Pflanze selbst verwenden möchte, findet außerdem Veilchenblätter mit Blüten im Sortiment.

Die anderen Cremes im Hildegard-Sortiment

Neben dem Veilchen gibt es weitere Zubereitungen derselben Bauart, die sich in der Pflanzenbasis unterscheiden:

Einen Überblick über alle Pflegeprodukte gibt das Hildegard Kosmetik Sortiment.

Häufige Fragen

Wie riecht die Veilchencreme?

Dezent blumig, deutlich zurückhaltender als parfümierte Cremes. Der Duft verfliegt nach dem Auftragen relativ schnell.

Kann man die Creme im Gesicht verwenden?

Ja, sie wird überwiegend im Gesicht und an den Händen angewendet. Kontakt mit den Augen vermeiden.

Warum zieht die Creme so langsam ein?

Wegen der Fettgrundlage. Das ist bei dieser Zubereitungsart normal – weniger auftragen und die Creme vorher zwischen den Fingern anwärmen hilft.

Ist die Creme für Kinder geeignet?

Für die Anwendung bei Kindern gelten die Angaben auf der Packung. Im Zweifel vorher ärztlich abklären lassen.

Wie lange hält eine Dose?

Bei sparsamer Dosierung mehrere Monate. Nach dem Öffnen ist die auf der Verpackung angegebene Verwendungsdauer maßgeblich.

Was ist der Unterschied zur Wermutcreme?

Die Grundlage ist vergleichbar, die Pflanzenbasis unterscheidet sich – und damit vor allem der Geruch. Veilchen ist blumig-mild, Wermut deutlich herber.

Fazit

Die Veilchencreme ist ein schlichtes Produkt in einem Markt voller komplizierter: wenige Bestandteile, eine feste Textur und eine Rezepturidee, die auf die Klostergärten des Mittelalters zurückgeht. Wer moderne Leichttexturen gewohnt ist, braucht ein paar Anwendungen zur Umstellung – und dosiert danach von selbst sparsamer.

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