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Hildegard von Bingen und Schlaf – Natürliche Tipps für bessere Nachtruhe

Viele Menschen kennen es: Einschlafprobleme, nächtliches Aufwachen, morgendliche Erschöpfung. Das sind Themen, die so alt sind wie die Menschheit. Hildegard von Bingen kannte sie gut. In ihren Schriften aus dem 12. Jahrhundert beschreibt sie Schlaf als Teil eines ganzheitlichen Gleichgewichts von Körper, Geist und Seele – und gibt konkrete, erstaunlich praktische Überlieferungen. Was davon fasziniert heute noch? Sehr vieles.

Was Hildegard von Bingen über Schlaf schrieb

Für Hildegard war Schlaf kein passiver Zustand, sondern eine aktive Phase der Erneuerung. Die Lebenskraft – das, was Hildegard als Viriditas bezeichnete, die grünende Lebenskraft der Natur – erneuert sich nach ihrer Überzeugung im Schlaf.

Hildegard unterschied zwischen verschiedenen Ursachen von Schlafproblemen. Eine zentrale Rolle spielte dabei das Konzept der Melancholie – ein Übermaß an schwarzer Galle in ihrer Säftelehre.

„Wer von der Melancholie geplagt wird, kann des Nachts nicht schlafen, denn die schwarze Galle hält ihn wach und lässt seinen Geist nicht ruhen." – Hildegard von Bingen, Causae et Curae (12. Jahrhundert)

Neben der Melancholie beschrieb Hildegard auch praktische Ursachen: zu schwere Abendmahlzeiten, falsches Licht zur Unzeit, zu heiße oder zu kalte Schlafräume. Ihre Überlieferungen adressieren all diese Ebenen – Ernährung, Kräuter, Lebensrhythmus und die Pflege der Seele.

Der Schlafrhythmus nach Hildegard – Maß und Rhythmus als Grundprinzip

Das Wort, das Hildegards gesamte Lebensphilosophie am besten beschreibt, ist „rechtes Maß". Zu viel Schlaf war für sie genauso wenig ideal wie zu wenig. Sie empfahl, mit dem Dunkelwerden schläfrig zu werden und mit dem Licht aufzustehen – ein Rhythmus, der der natürlichen Lichtumgebung folgt.

Hildegard empfahl zudem, den Tag in klare Phasen zu gliedern: Arbeit am Morgen und Mittag, Ruhe und Besinnung am frühen Abend, kein schweres Essen nach Einbruch der Dunkelheit. Diese Struktur entspricht dem, was heute als Schlafhygiene bekannt ist.

„Der Mensch soll des Nachts schlafen und des Tages wachen, denn die Nacht ist zur Ruhe und der Tag zur Arbeit geschaffen." – Hildegard von Bingen, Causae et Curae

Hildegards Kräuter als Abendrituale

Der wichtigste praktische Beitrag Hildegards zum Thema Schlaf liegt in ihren Kräuterüberlieferungen. Einige davon sind heute in der Phytotherapie bekannt – andere sind nahezu vergessen und verdienen eine Neuentdeckung.

Lavendel

Lavendel war für Hildegard eines der wichtigsten Kräuter. Sie erwähnte ihn in verschiedenen Zusammenhängen – sowohl als Tee als auch als Duft im Schlafraum. Lavendelduft gehört heute zu den bekanntesten pflanzlichen Abendritualen.

Fenchel

Fenchel ist in Hildegards Lehre ein vielseitiges Kraut. Ein warmer Fencheltee am Abend ist ein schönes Ritual, das viele Menschen als bewussten Tagesabschluss schätzen.

Quendel (Wilder Thymian)

Quendel erwähnte Hildegard ausdrücklich im Zusammenhang mit der Melancholie – dem Gemütszustand, den sie als besonders belastend beschrieb. Ein Quendeltee am Abend gehört in Hildegards Überlieferung zu den Klassikern.

Baldrian

Hildegard erwähnt Baldrian (Valeriana officinalis) in ihren Schriften. Baldrian ist heute eines der bekanntesten pflanzlichen Abendritual-Kräuter. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Baldrianwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt. In der Klostertradition wurde er oft mit Melisse kombiniert.

Melisse

Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist ein weiteres Klosterkraut, das Hildegard für Gemüt und Geist schätzte. Ein Melissentee am Abend ist ein beliebtes Ritual in der Kräutertradition.

Hirschzunge

Die Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) ist eines der charakteristischsten Kräuter in Hildegards Lehre. Unser Hirschzungenkräutertrank gehört zu den bekanntesten Zubereitungen aus Hildegards Überlieferung.

Kraut / Gewürz Bedeutung in Hildegards Lehre Verwendung am Abend
Lavendel Eines der wichtigsten Kräuter für Hildegard Tee oder Duft im Schlafraum
Fenchel Vielseitigstes Kraut in Hildegards Schriften Warmer Tee nach dem Abendessen
Quendel Von Hildegard bei Melancholie erwähnt Tee oder Gewürz in der Abendmahlzeit
Baldrian In der Klostertradition geschätzt Tee, 30–60 Min. vor dem Schlafen
Melisse Von Hildegard für Gemüt und Geist geschätzt Tee, pur oder mit Baldrian
Hirschzunge Charakteristisches Hildegard-Kraut Kräutertrank, nachmittags oder abends
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Das Abendessen nach Hildegard

Hildegard von Bingen war überzeugt: Was man abends isst, hat Einfluss darauf, wie man schläft. Ihre Überlieferungen für das Abendessen sind konkret: leicht, warm, früh. Eine Dinkelsuppe mit Gemüse, ein warmes Dinkelbrot mit Kräuterbutter, oder eine Gemüsebrühe mit Fenchel – das sind Abendmahlzeiten ganz im Sinne von Hildegards Lehre.

Mehr über die Grundsätze der Hildegard-Ernährung lesen Sie in unserem Ernährungs-Leitfaden.

Kuren und Schlaf – bewusste Rituale im Jahresverlauf

Die Wermutkur im Frühjahr gehört zu den bekanntesten Ritualen in Hildegards Lehre. Der Wermuttrank ist ein Klassiker der Frühjahrskur – viele Menschen schätzen diese Tradition als bewusstes Jahresritual.

Auch die Bärwurz-Birnhonig-Kur im Herbst gehört zu Hildegards Überlieferungen. Unsere Hildegard-Kurpakete enthalten alle Produkte für einen vollständigen Kurzyklus nach Hildegards Lehre.

Die Rolle der Seele – Hildegards ganzheitlicher Ansatz

Was Hildegards Überlieferungen zum Thema Schlaf besonders macht, ist ihr ganzheitlicher Ansatz. Für sie war Schlaf nie nur ein körperliches Thema. Er war immer auch ein Spiegel des seelischen Zustands und des spirituellen Gleichgewichts.

Sie empfahl, den Abend bewusst zur Stille zu nutzen: keine aufwühlenden Gespräche, keine belastenden Gedanken vor dem Schlafen. Gebete, meditative Stille, das Abschließen des Tages mit einem klaren Gedanken – das alles gehörte für Hildegard zur Abendvorbereitung.

„Die Seele, die des Nachts unruhig ist, leidet, weil sie des Tages nicht zur Ruhe gekommen ist. Man soll den Tag so leben, dass die Nacht zur Erholung werden kann." – Hildegard von Bingen, Causae et Curae

Der Schlafraum nach Hildegard

Hildegard legte großen Wert auf die Beschaffenheit des Schlafraums.

Temperatur: Hildegard empfahl einen kühlen, gut gelüfteten Schlafraum.

Dunkelheit: Licht zur Unzeit war für Hildegard eine Störung des natürlichen Rhythmus. Sie empfahl, nach Einbruch der Dunkelheit keine hellen Lichtquellen mehr zu nutzen.

Kräuterdüfte: Hildegard empfahl, frische Kräuter im Schlafraum zu verwenden – besonders Lavendel und Melisse.

Stille: Lärm und Unruhe störten nach Hildegard die nächtliche Ruhe.

Praktische Abendroutine nach Hildegard

Auf Basis ihrer Schriften lässt sich eine konkrete Abendroutine nach Hildegard ableiten:

18–19 Uhr – leichtes Abendessen: Dinkelsuppe, gedünstetes Gemüse, Kräuterbrot. Mit Fenchel oder Quendel gewürzt.

19–20 Uhr – ruhige Beschäftigung: Hildegard empfahl maßvolle Bewegung nach dem Essen. Ein ruhiger Spaziergang oder handwerkliche Tätigkeit.

20 Uhr – Kräutertee: Ein warmer Fenchel- oder Melissentee. Den Tee in Ruhe trinken, ohne Ablenkung.

20–21 Uhr – Abendstille: Keine aufwühlenden Gespräche, kein Lärm, kein helles Licht. Lesen, Gebet, Stille.

21 Uhr – Schlafen gehen: Im abgedunkelten, kühlen Schlafraum, wenn möglich mit Lavendelduft.

Hildegards Lehre und bewusste Lebensweise

Der häufigste Grund für schlechten Schlaf in der modernen Welt ist Stress. Auch das kannte Hildegard, wenn auch unter einem anderen Namen. Übermäßige Arbeit, geistige Überlastung, das Nicht-loslassen-Können des Tages – all das beschreibt sie in ihren Schriften.

Ihr Rat war klar: Das rechte Maß in allem. Wer mehr arbeitet, als gut für ihn ist, zahlt mit seiner Nachtruhe. Für Hildegard war schlechter Schlaf oft ein Signal, dass der Mensch sein Tagesleben neu ordnen muss – nicht nur ein Thema, das man mit einem Kräutertee löst.

Häufige Fragen zu Schlaf und Hildegards Lehre

Welche Kräuter erwähnte Hildegard im Zusammenhang mit dem Abend?

Hildegard erwähnte vor allem Lavendel, Fenchel und Quendel in ihren Schriften. Ergänzend werden in der Klostertradition Baldrian und Melisse geschätzt – beides Kräuter, die die EMA als traditionelle pflanzliche Arzneimittel anerkannt hat.

Was sollte man abends nach Hildegard nicht essen?

Schweres Fleisch, rohe Speisen, kalte Mahlzeiten und zu viel Salz – all das sah Hildegard kritisch. Ihr Ideal ist ein leichtes, warmes Abendessen aus Dinkel, gedünstetem Gemüse und Kräutergewürzen, früh am Abend eingenommen.

Sind Hildegard-Kräuter mit Medikamenten kombinierbar?

Bei der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten sollten Sie vor dem Einsatz pflanzlicher Mittel immer einen Arzt konsultieren. Wechselwirkungen sind möglich. Kräutertees als tägliche Gewohnheit sind in der Regel unbedenklich – bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

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