Der Leberwickel ist ein bewährtes Hausmittel aus der Naturheilkunde und wird vor allem zur Unterstützung der Leberfunktion, zur Entspannung und begleitend bei Fastenkuren eingesetzt. In diesem Artikel erfährst du, wie ein Leberwickel wirkt, wie du ihn richtig anwendest und was Experten dazu sagen.
Was ist ein Leberwickel?
Ein Leberwickel ist ein warmer, feuchter Wickel, der auf den rechten Oberbauch (Leberregion) aufgelegt wird. Durch die Wärme soll die Durchblutung angeregt und der Parasympathikus aktiviert werden – der Teil des Nervensystems, der für Regeneration und Entspannung zuständig ist.
Leberwickel werden traditionell eingesetzt bei:
- Verdauungsbeschwerden
- Unterstützung der Leber bei Entgiftungs- und Fastenkuren
- innerer Unruhe und Stress
- Fettleber (begleitend, nicht therapierend)
Leberwickel Wirkung – was sagt die Wissenschaft?
Ganzheitsmedizinische Experten erklären die Wirkung vor allem über die Wärmereflexe: Durch die lokale Wärme wird die Durchblutung der Leberregion gefördert, was entspannend auf die inneren Organe wirkt.
Laut dem Kneipp-Bund können Wickel über Hautreize reflektorisch auf innere Organe wirken. (Quelle: Kneipp-Bund)
Auch Pflegewissenschaftler weisen darauf hin, dass Leberwickel in der Krankenpflege gezielt zur Beruhigung und Entspannung eingesetzt werden, z. B. bei Schlafstörungen oder Unruhe. (Quelle: pflege.de)
Leberwickel & Psyche
Viele Anwender berichten, dass ein Leberwickel nicht nur körperlich, sondern auch emotional entspannend wirkt. Experten erklären dies mit der Aktivierung des parasympathischen Nervensystems („Ruhe-Nerv“).
In der Naturheilkunde gilt die Leber zudem als Organ, das stark mit Stressverarbeitung in Verbindung gebracht wird.
Leberwickel Anleitung – Schritt für Schritt
Das brauchst du:
- ein kleines Baumwoll- oder Leinentuch
- ein größeres trockenes Handtuch
- eine Wärmflasche (warm, nicht heiß)
- warmes Wasser (optional mit Kräuterzusatz)
So machst du den Leberwickel:
- Tuch in warmem Wasser tränken und gut auswringen.
- Auf den rechten Oberbauch (unter den Rippen) legen.
- Wärmflasche darüber platzieren.
- Mit trockenem Handtuch fixieren.
- 20–40 Minuten ruhig liegen bleiben.
Leberwickel: wie lange & wie oft?
- Dauer: 20–40 Minuten
- Häufigkeit: 2–4 Mal pro Woche
- Zeitpunkt: ideal nach dem Essen oder abends
Experten raten, den Leberwickel in Ruhe durchzuführen und danach noch etwas nachzuruhen.
Leberwickel mit Kräutern oder Ölen
Traditionell werden Leberwickel manchmal mit Zusätzen kombiniert:
- Schafgarbe (als Tee im Wickelwasser)
- Rizinusöl (vorsichtig, stark wärmend)
Achtung: Besonders bei Rizinusöl-Leberwickeln empfehlen Experten Zurückhaltung, da es sehr intensiv wirken kann.
Leberwickel Nebenwirkungen & Erstverschlimmerung
Leberwickel gelten grundsätzlich als gut verträglich. Dennoch können auftreten:
- starke Müdigkeit
- verstärkte Wärmeempfindung
- kurzzeitiges Unwohlsein („Erstreaktion“)
Experten empfehlen, den Wickel sofort zu entfernen, wenn Schwindel oder starke Beschwerden auftreten.
Leberwickel & Hildegard von Bingen
In der Hildegard-Medizin steht die Leber als zentrales Stoffwechselorgan im Fokus. Unterstützend werden dort vor allem Ernährung, Gewürze und Bitterstoffe eingesetzt.
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Leberwickel bei Fettleber – sinnvoll?
Bei einer Fettleber können Leberwickel begleitend zur Entspannung beitragen, ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung oder Ernährungsumstellung.
Mehr dazu intern: Leber entgiften – ganzheitlich
Fazit: Leberwickel als sanfte Unterstützung
Der Leberwickel ist ein einfaches, kostengünstiges Hausmittel, das vor allem durch Wärme, Ruhe und Entspannung wirkt. Experten sehen ihn als sinnvolle Ergänzung in der Naturheilkunde – besonders bei Stress, Verdauungsthemen und im Rahmen von Fastenkuren.