Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen glatter und krauser Petersilie, wie man sie haltbar macht – und worauf beim Sammeln zu achten ist.
Glatt oder kraus?
Beide sind dieselbe Art, Petroselinum crispum, nur verschiedene Sorten. Der Unterschied liegt im Aroma und in der Handhabung.
| Merkmal | Glatte Petersilie | Krause Petersilie |
|---|---|---|
| Aroma | Kräftiger, würziger | Milder, zurückhaltender |
| Blattform | Flach, dreigeteilt | Stark gekräuselt |
| Schneiden | Einfach, gibt feine Streifen | Schwieriger, neigt zum Zerquetschen |
| Haltbarkeit im Strauß | Welkt schneller | Bleibt länger ansehnlich |
| Typisch für | Süd- und osteuropäische Küche | Klassische deutsche Küche, Dekoration |
Wer kochen will, nimmt die glatte. Wer anrichten will, die krause. Dass die krause Sorte sich so lange als Tellerdekoration gehalten hat, liegt genau an ihrer Robustheit – sie sieht nach einer Stunde noch frisch aus.
Verwendung in der Küche
- Immer zum Schluss. Petersilie verliert beim Kochen fast ihr gesamtes Aroma. Sie gehört in das fertige Gericht, nicht in den Topf.
- Die Stiele nicht wegwerfen. Sie enthalten mehr Aroma als die Blätter und eignen sich hervorragend für Brühe und Fond – dort dürfen sie mitkochen und werden abgeseiht.
- Grob hacken statt fein wiegen. Zu feines Hacken zerstört Zellen und lässt Aroma austreten.
- Großzügig dosieren. Anders als bei Wurzelgewürzen ist bei Petersilie eine ganze Handvoll normal.
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Haltbar machen
Einfrieren – der bessere Weg
Petersilie gehört zu den Kräutern, die beim Trocknen fast ihr gesamtes Aroma verlieren. Eingefroren bleibt deutlich mehr erhalten.
- Waschen, gründlich trockentupfen, grob hacken.
- In Gefrierbeutel oder Dose füllen und flach einfrieren – so lässt sich portionsweise etwas abbrechen.
- Alternativ in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Olivenöl einfrieren.
- Nicht auftauen, sondern gefroren ins fertige Gericht geben.
Trocknen – nur zweite Wahl
Wer trotzdem trocknen möchte, sollte wissen, dass das Ergebnis blass bleibt. Wie es trotzdem am besten gelingt, steht im Beitrag Kräuter trocknen: Methoden, Zeiten und richtige Lagerung.
Ist Petersilie giftig?
Petersilie selbst ist ein gewöhnliches Küchenkraut. Gefährlich ist etwas anderes: die Verwechslung.
Petersilie gehört zu den Doldenblütlern, und in dieser Pflanzenfamilie stehen einige der giftigsten Gewächse Mitteleuropas. Besonders tückisch ist die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) – sie sieht der glatten Petersilie zum Verwechseln ähnlich, ist aber stark giftig.
Ein Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch: Zerriebene Petersilie duftet frisch und würzig, Hundspetersilie unangenehm streng. Das ist ein Hinweis, keine Garantie.
Die einzige sichere Regel: Sammeln Sie nur, was Sie zweifelsfrei bestimmen können. Wer unsicher ist, bleibt beim eigenen Topf auf der Fensterbank oder greift zu geprüfter Ware. Dieselbe Vorsicht gilt bei allen Doldenblütlern – mehr dazu auf der Seite Bärwurz.
Petersilie in der Schwangerschaft
Als Küchenkraut in den üblichen Mengen ist Petersilie unproblematisch. Von größeren Mengen und von konzentrierten Zubereitungen wird in der Schwangerschaft abgeraten. Im Zweifel vorher ärztlich abklären.
Petersilie in der Klostertradition
Petersilie gehört zu den Pflanzen, die in Hildegards Physica beschrieben werden. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, war in mitteleuropäischen Klostergärten aber fest etabliert – sie ist zäh, zweijährig und liefert über eine lange Zeit im Jahr.
Zur Einordnung: Die Physica ist ein Text des 12. Jahrhunderts und folgt einem Naturverständnis, das mit dem heutigen nicht vergleichbar ist. Sie dokumentiert den historischen Umgang mit der Pflanze.
Aus dieser Überlieferung stammt eine Zubereitungsform, die bis heute geführt wird: ein Kräuterauszug auf Petersilienbasis. Im Sortiment steht er als BIO-Petersilientrank, für einen längeren zusammenhängenden Zeitraum als Kurpackung mit sechs Flaschen. Für Mengen und Zeitpunkte gelten ausschließlich die Angaben auf dem Etikett.
Verwandte im Sortiment
Petersilie steht botanisch in einer Familie mit mehreren Gewürzen der Klostertradition – etwa Bio-Dillkraut, Fenchelkraut und Bärwurz.
Die übrigen Kräutertränke finden Sie in der Kategorie Kräutergetränke, im Vergleich auf der Seite Kräutertränke nach Hildegard von Bingen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen glatter und krauser Petersilie?
Es sind Sorten derselben Art. Die glatte schmeckt kräftiger und lässt sich besser schneiden, die krause ist milder und bleibt länger ansehnlich.
Welche Petersilie zum Kochen?
Die glatte. Sie hat deutlich mehr Aroma.
Kann man Petersilie einfrieren?
Ja, und das ist die bessere Methode. Waschen, trocknen, hacken, flach einfrieren und gefroren ins fertige Gericht geben.
Kann man Petersilie trocknen?
Möglich, aber sie verliert dabei fast ihr ganzes Aroma. Einfrieren ist deutlich besser.
Ist Petersilie giftig?
Nein. Gefährlich ist die Verwechslung mit der stark giftigen Hundspetersilie, die der glatten Petersilie ähnlich sieht. Sammeln Sie nur, was Sie sicher bestimmen können.
Kann man die Stiele mitverwenden?
Unbedingt. Sie enthalten mehr Aroma als die Blätter und eignen sich für Brühe und Fond.
Wann gibt man Petersilie ins Gericht?
Ganz zum Schluss, nach dem Kochen. Hitze zerstört das Aroma.











